Cself von Amry, von Platina Rebe genannt, ist ein Elf, der am 10. Vaeli 5840 nach Glaman in Amry geborden wurde.
Aussehen
Cself ist 1.90m groß, hat blonde, lange Haare und bernsteinfarbene Augen. Seine Standard-Kleidigung besteht aus einem schweren, goldbraun schimmernden Pelzumhang, der von einem goldenen Amulett zusammengehalten wird; einem ziervoller Langbogen, gefertigt in Heidnerrien unter Aufsicht des Baumeisters Lerchelin; ein feines, samtiges Seidengewand in Weinrot am Körper und Grau an Armen und Beinen und ein breiter, tiefbrauner Ledergürtel mit bronzefarbener Gürtelschnalle, welche ein Füllhorn und eine Blumenranke zeigt.
Leben
Cselfs Eltern Perdita und Leowin sind im Zuge des „grünen Todes“ von Amry nach Taamalie gezogen. Nach Leowins Tod war Perdita versucht, alle Gefahren von Cself fernzuhalten, weswegen er – unüblich für einen Elfen in Taamalie – wenig Berührungspunkte mit der Natur und traditioneller, elfischer Lebensart hatte – außer durch Platina.
Seine besonderen Talente umfassen das Bogenschießen und das Harfenspiel.
Zitate:
Zitat 1: „Oh, Rebe mich nicht an, Ana!“
Zitat 2: „Eine Geschichte, die uns lehrt, dass Menschen und Elfen zusammenstehen können.“
Der Autor über Cself
Die augenscheinliche Annahme, dass „Cself“ aufgrund der Ähnlichkeit zu „self“ meine Wenigkeit repräsentieren soll, ist gar nicht so abwegig. Für die Entstehungsgeschichte des Namens müssen wir jedoch etwas weiter ausholen:
Als ich mit meiner Klasse im Sommer 2000 auf eine Klassenfahrt zum Titisee fuhr, nötigte uns unser Klassenlehrer Herr Christophersen ein spontanes Impro-Theaterstück aufzuführen, zu dem wir lediglich kurz vorher auf einem Zettel unsere randomisierten Rollen zugesteckt bekamen – und ich musste einen Elfen spielen.
Einige Klassenkameradinnen haben sich fortan als Maskenbilderinnen versucht und das Beste aus mir herausgeholt: Wir gaben mir ein sandfarbenes Outfit, schminkten mich mit waldgrünen Flecktarn und zwirbelten zwei Elfenohren aus meinen Haaren, so dass ich in kürzester Zeit einen halbwegs authentischen Waldelfen abgab.
Die Aufführung selbst war eine Hit-oder-Miss-Veranstaltung: Ich wusste, dass ich nur halbwegs heil aus diesem Fremdscham-Festival herauskomme, wenn ich alles reinlege. Das habe ich getan. Mit Grazie hüpfte ich auf die improvisierte Bühne und mimte einen federleichten, verspielten, völlig freidrehenden Pagan-Elfen, der stets auf seiner unsichtbaren Harfe zupfte.
Was leicht zum peinlichsten Moment meines Lebens hätte werden können, wurde zu meiner Erleichterung eine Glanzstunde der Heiterkeit; ein kostbarer, in heutigen Zeiten undenkbarer Moment der dadaistischen Freiheit fernab von Social Media oder Handys, die damals zum Glück noch nicht imstande waren, Fotos zu schießen.
Herr Christophersen war von meinem Auftritt so begeistert, dass er mich sowohl kurz danach, als auch bei einem folgenden Skatabend, beinahe anflehte, der Theater-AG der Schule beizutreten. Das Angebot habe ich abgelehnt, aber den Charakter, den ich verkörperte, habe ich dankend angenommen.
So zwirbelte ich mir auch in den folgenden Monaten alltagsfreundliche Mini-Elfenohren aus meinen „Spikes“ und suchte händeringend nach einem neuen Spitznamen, der mein neues Ich gebührend widerspiegelte. Die Eingebung kam prompt: So stauchte ich meinen zugegebenermaßen unglaublich unkreativen Spitznamen „Captain S(chrader)“ mit einem „Elf“ zusammen und erschuf – Voilà – Cself.
Der Weg von Cself nach Mythanien war dann nur noch Formsache. Da ich bis dato die männliche Hauptfigur autobiografisch Frederik nannte, wurde sie dann natürlich folgerichtig in Cself umbenannt.
Auch zeigten viele meiner früheren Entwürfe eines Mythanien-Buchs Cself als Fantasy-Spiegel meiner Selbst, dem ich Gedanken, Gefühle und Erfahrungen meines eigenen Lebens auf den elfischen Leib schneiderte.
Das änderte sich jedoch spätestens mit meinem aktuellen Manuskript „Mythanien – Im Licht der Lúthis“., in dem sich Cself ein Stück weit verselbstständigt hat. Zwar steckt auch heute noch in Cself a bit of myself, aber da sich die Romanfigur immer noch mit zarten 160 Jahren im elfischen Teenageralter befindet, habe ich versucht, Cself von der Patina aus Realismus, Zynismus, Pragmatismus und Materialismus, die jeden Erwachsenen früher oder später einfärbt, freizuhalten.
So spiegelt Cself ein bisschen den Fred um die Jahrhundertwende wider: Eine verträumte, entrückte, lebensfremde Künstlerseele, der es einfacher fällt, ein klassisches Meisterwerk zum Besten zu geben, als die Klaviernoten zurück in die Klarsichtfolie zu stecken.